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Spam: Liebesgrüße vom Zombi-Rechner!

Massenproblem Spam | Spam löst zunehmend Viren und Würmer als Problem ab. Die penetrante Spam-Belästigung fängt man sich unversehens als Driveby-Infection ein, kriegt Pickel von Kommentar-Spam und neurotisch-aggressive Attacken, wenn ein Bot das eigene Wiki und die Kommentarformulare erneut flutet.

Text: Moritz »mo.« Sauer

Spam, das ist schon
lange nicht mehr nur die unerwartete und nervige Viagra-Email im
Posteingang. Spam taucht als bösartige Pest immer häufiger
überall dort auf, wo sich Menschen virtuell versammeln. Ob
Weblogs, Communities oder Web 2.0-Services: überall wo man
Menschen mit manipulierenden Börsenkursen, schrägen
Geschäften und elektronischer Werbung erreichen kann, schlagen
die Spammer zu.

Die kriminellen
Attacken vergälen einem ein ums andere Mal vollkommen den Spaß
an Web 2.0-typischen Anwendungen. Als Besitzer eines Wikis,
eines Online-Magazins und Weblogs
verschwende ich kontinuierlich Zeit, um Spam zu filtern und neue
Tricks der Spammer anzugehen. Kein Wunder also, das Cyberkriminalität
längst ein gepflogenes Wort am Stammtisch ist. Schließlich
stellt sich jeder die Frage, wie er wertvolle Nachrichten aus dem
Informationsmüll herausfiltert.

Wer ein Weblog sein
eigenen nennt, muss seine Kommentare kontinuierlich bürsten.
Hilfreiche Pfeger sind Services wie Akismet,
Blacklist-Server wie Spamhaus.org
und eigene Listen mit Schlüsselwörtern. Meine derzeitige
Schlüsselwörterliste umfasst mehrere hundert Zeilen,
gefüttert mit Synonymen und Phrasen, die in unliebsamen
Kommentaren auftauchen. Komische Kommentare wie „Lieber
grumble!!! hoffe dir gehts gut da in der fremden weite… wenn man
dich schon nicht persönlich besuchen kann…“ werden
dann
unweigerlich in den Junk-Ordner weitergeleitet. Meist stecken hinter
solch unverständlich-privaten Phrasen nur ein Link auf eine
Spammer-Website.

Zombie-PCs, Bots & Co.

Jede neue
durchgeflutschte Spam-Nachricht beweist und warnt jeden einzelnen Web
2.0-Menschen bloß nicht leichtsinnig zu werden. Schließlich
will man das eigene Blog oder Wiki nicht von anderen missbraucht
sehen. Obenderein ist man nach deutschem Recht für die
Kommentare Fremder auf der eigenen Website verantwortlich. Darum
empfiehlt sich das schließen jeder Türe, bevor man einmal
das Haus verlässt – zum Beispiel in Richtung Ferien.
Interaktivität ade!

Denn das Massaker, das
ein ferngesteuerte Zombi-PC eines nichtsahnenden Webnutzers in der
Abwesenheit anrichten kann, will man lieber nicht ausbügeln. In
zwei Wochen Ferien kann da schon so einiges passieren und die eigene
Website in eine Spamwüste verwandeln. Und verklagen kann man die
Besitzer von Zombi-Rechnern auch nicht. Leider wussten diese nicht,
dass ihr PC ferngesteuert Scheisse in die Welt geblasen hat.

Lösungen, Abwehr und Vorbeugung gegen Spam

Jammern wir hier nicht wieder rum! Was kann man
tun? Ein erster Schritt ist die eigene PC-Hygiene. Firewall und
Virenscanner schützen einen nicht 100%, erschweren aber die
Übernahme des eigenen Rechners. Auch das durchforsten nach Ad-
und Malware ist ab und zu angebracht. Programme gibt es genügend.

Außerdem hilft ein eigener Verhaltenskodex:
Nie auf Spam-Emails reagieren, nie die eigene Email offen auf der
eigenen Webseite hinterlegen und vielleicht häufiger
Email-Wegwerf-Services wie spamgourmet.com
nutzen, wenn wieder irgend jemand eine Email haben will.

Sicherlich hilft es auch, nicht auf jeder
Community mitzumachen. Logischerweise ist jede Community ein Ziel für
Attacken und Spionage. Denn wo sich Menschen tummeln, lohnt sich das
unerwünschte verteilen von Werbung.

Eigene private Daten schützt man am besten
wie seine Privatssphäre im realen Leben. Dazu spart man die
Striptease-Felder auf Seiten wie StudiVZ besser aus. Persönliche
Vorlieben gehören da einfach nicht hin. Schlussendlich heftet
niemand seine Hobbies und Fotos im nächsten Marktkauf oder
Saturn an die Pinnwand.

Denn schon ein paar clevere Zeilen PHP-Code, wie
das wundersame Programm HoeBot,
spionieren schnell und leicht tausende von Benutzerwebseiten aus. Die
Daten lassen sich nicht nur theoretisch vermarkten oder verkaufen.
Clever, wer da erstmal überhaupt nicht mitmacht. Und wenn, dann
bitte unter einem fiktiven Account.

Wem das nicht reicht, der drückt Firmen wie
Messagelabs ordentlich
Kröten in die Hand. Die mauern Euch dann nach dem Rio-Prinzip in
Euer eigenes Wohnquartier mit zentralen Filtern ein. Verschanzt wohnt
sich halt ruhiger, so wie im Villenviertel von Rio de Janeiro mit all
seinen Wachmännern.

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